Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin

ORNAMENTA Kolumne Januar 2022

Ausfahrt Pforzheim: OrnamentaaAAAooooAAAAAooAAA

Vor 2000 Jahren, als jene  Grundsteine gelegt wurden, die wir heute im Archäologischen Museum Kappelhof bestaunen können, war das Verreisen -wenn man nicht gerade ein Legionär war- eine eher wenig verbreitete Beschäftigung. Ganz anders sieht es da heute aus: Allein in Deutschland verzeichnete man im Vor-Corona-Jahr 2019 noch einen neuen weltweiten Reiserekord mit über 70 Millionen Urlaubsreisen –von denen ein leider ungeklärter Anteil in den Enzkreis führte. Doch auch wenn dieser weder Strand, nennenswerte Berge oder weltbekannte Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, hat er mindestens 198.905 Reiseziele: Denn die Menschen vor Ort, ihre Ansichten und Ideen – sie sind die Destinationen für einen philosophischen Tourismus der uns neue Perspektiven eröffnet um alte zu hinterfragen.
Die Summe an Erfahrungen, die aus dieser Art des Reisens entstehen, sollen die Ornamenta definieren. Mit diesen Gedanken im Kopf begeben wir uns im Januar 2022 gemeinsam mit dem Künstler Josse Pyl (*1991, St-Niklaas, Belgien) auf eine Reise in die Vergangenheit der Stadt Pforzheim, zuerst im Archäologischen Museum und anschließend mit einem Sprung von knapp 1800 Jahren im Schloss Bauschlott. Hier lassen wir den Dialog, den wir im Jetzt suchen, in der Vergangenheit fußen und erfahren neue Einblicke durch die ornamentalen Interventionen des Künstlers.

Damit diesen Einblicke nicht nur zu gedanklicher Erkenntnis werden sondern sich auch ganz physisch als Worte ihren Weg aus unseren Körpern bahnen können, trainieren wir in einer logopädischen Performance unsere Zungen. Nachdem wir also mit unseren Füßen und Händen gereist sind und daraus Gedanken in unseren Köpfen wurden, sind jetzt also die Münder dran: Sie schaffen aus dem Gesehenen, Gehörten und Gefühlten etwas Neues, das wir wieder in die Welt entlassen und Teil eines Gesprächs werden lassen dass uns aus der Historie über die erste Ornamenta im Jahr 1989 bis ins Heute und weit darüber hinaus bis ans Ende unserer Reise führt. Wenn wir genau zuhören. 

 

 

Deutsche Übersetzung: Moritz Jähde

Foto: ORNAMENTA Januar 2022 try out event “Ornament Aaaaa”, Karolina Sobel

Ornamenta column January 2022

Ausfahrt Pforzheim: Ornament Aaaaa

Some people travel to see sights. Some go abroad to learn languages. The curators of the German cultural programme Ornamenta 2024 are interested in traveling to meet people, specifically, to find out how they think and what their behavior produces. And this type of philosophical tourism isn’t about curiosity or diversity—it’s about witnessing other perspectives on life so that we can debug our own. 

There is not a singular description of what the Ornamenta will become, but there is a multitude of meanings. There are as many explanations of Ornamenta as there are people in the City of Pforzheim, where the first edition took place in 1989.

In January 2022 together with artist Josse Pyl (1991, St-Niklaas, BE) the curators explore the production of language and how it influences our interpretation and communication with others. In a two part show and performance on a bus we explore what orality, words, accents, swallowing, hearing, seduction, ears and ASMR mean for the Black Forest region.  

At the Roman city foundation ruins at Kappelhof in Pforzheim two works intervene in the historic site. A relief on a column and a floor installation formed by over thirty artificial teeth compliment the heritage in an ornamental manner. By juxtaposing letters, images, and objects the works of the artist turn into architectural sentences throughout the underground space.

From this site below the ground the audience warms up their tongues during a bus drive with speech therapy performance and arrive at the Schloss Bauschlott, a castle renewed in the 19th century by architect Friedrich Weinbrenner, where we encounter a new video work and laser cutted metal sculptures. The human body is presented as a publisher. A thought is formed in the stomach, breathes it through to the chest and neck, which forms its timbre, and then moves through the vocal cords to form its pitch, into the mouth, where the tongue and teeth give its final texture and push the word outside the body, into the air.

 

 

Photo: ORNAMENTA January 2022 try out event “Ornament Aaaaa”, Karolina Sobel

German translation: Moritz Jähde

ORNAMENTA Kolumne Mai 2022

Vor ungefähr einem Jahr begann die Reise zur Ornamenta 2024. Nach einer Reihe von Exkursionen, Forschungstreffen, Probeveranstaltungen und der Aufnahme neuer Mitglieder*innen und Teilnehmer*innen in die Ornamenta Gemeinschaft wurden die Türen zum Transferium weit geöffnet.

Kolumne lesen